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Geisterstunde

  • Foto: Einhornhöhle

Zu welcher Stunde ist man im Harz am sichersten vor Geistern? Eine rechte Empfehlung kann man nicht geben. Im Gebirge wimmelt es von Geistern aller Art, die ebenso wie Hexen und Teufel, auf die vielschichtige Besiedelung seit Jahrhunderten hinweisen:

Man findet Weiße Seelen (harmlos), Schwarze Seelen (erschrecken gern), Geister von Untoten (meistens unangenehm), verbannten Pfarrern oder geizigen Kaufmannsfrauen (sie plagt das schlechte Gewissen). Wichtig sind auch Naturgeister aller Art: In und an Gewässern soll es den Wassermann, Nymphen und spezielle Flussgeister wie z.B. die Okergeister geben. Neben Baumgeistern leben im Harz auch noch die Moosweiblein, die in den Beschreibungen oft als hilfsbereite, wehrlose Wesen mit naturkundlichem Wissen dargestellt werden.

Und da die Bandbreite so groß ist, kann man einem Geist zu jeder Tageszeit im Harz begegnen. Allerdings gibt es Termine mit gehäufter Sichtung von Gespenstern: grundsätzlich von elf bis Mitternacht oder von Mitternacht bis ein Uhr morgens, zu Walpurgis, Ostern, Pfingsten oder der Johannisnacht. Eine besondere Rolle spielen auch die „Zwölf Nächte“. Zwischen der Nacht des 24. Dezembers und dem 6. Januar soll nach altem Glauben das Geisterreich offen stehen, so dass sich zu dieser Zeit besonders merkwürdige Dinge abspielen.

Zwei harztypische Geistergestalten sind die Haulemutter und der Wilde Jäger. Letzeren trifft man überall dort im Harz an, wo sich ein Rauschen, Jammern, Bellen und Getümmel in der Luft ankündigt. Man sagt ihm Gotteslästerei nach, so dass er bis zum jüngsten Tag die ewige Jagd halten muss. Er kann sich neue Menschen(geister) in sein Gefolge holen, diese können aber wiederum durch treue, fromme Seelen an bestimmten Tagen wieder aus dieser Dienerschaft erlöst werden. In der wilden Jagd soll sich der germanische Glaube an Wodan erhalten haben, der als Gott der Toten und Stürme mit dem Heer der Verstorbenen den Himmel bereiste.

Sein weibliches Pendant ist die Haulemutter, die man auch unter dem Namen Frau Holle, Frau Wolle, Frau Hulle oder Frau Rolle kennt. Sie hat glühende Augen, einen roten, feurigen Mund und ihr weißes Gewand schlägt sie, wenn es schneit, weit auseinander. Ihre Körpergröße variiert vom kleinen, geduckten Weiblein bis hin zur baumhohen Schreckensgestalt. Frau Hulle hat ein recht undurchsichtiges Wesen, kann übellaunig sein, aber auch freundlich. Oft sitzt sie am Wegesrand, winselt, heult und jammert, was ihren Namen erklärt. Am besten man tut, was sie einem befiehlt, dann hat man mit ihr das sicherste Auskommen.

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