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Bergmannswelt

  • Baumannshöhle

Gibt es eine Parallelwelt? Lange bevor Jules Verne die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ beschrieb, hat sich den Bergmännern ein Universum mit eigenen Gesetzen aufgetan.

Beharrlich arbeiteten sie sich über ein Jahrtausend kilometerweit in das zähe Gestein unter den Füßen der heutigen Harzwanderer. Durch ihre Arbeit war Silbergeld für König- und Kaiserreiche da, durch ihre Arbeit gab es zeitweilig mehr Holz unter als über der Erde, durch ihre Arbeit wurde der Oberharz erst besiedelt und zu dem, was er heute ist. In diesem Grenzgebiet zwischen Hölle und Erde entwickelten die Bergmänner eine eigene Sprache, einen eigenen Aberglauben und meistens eine ganz dicke Kameradschaft. Der oft im Gebirge anzutreffenden Spruch „Es grüne die Tanne, es wachse das Erz! Gott schenke uns allen ein fröhliches Herz!“ vermittelt eine Menge über die Bergmannswelt.

Holz wurde für alle Arbeitsvorgänge – Grubenausbau, Künste (=Maschinen), Verhüttung – gebraucht. Lange Zeit herrschte der Glauben, dass Metalle heranreifen wie Früchte, bis sie letztendlich zu Gold werden. Und ein fröhliches Herz benötigte jeder Bergmann, der viele Stunden am Tag in einer beklemmenden, unsichereren und finsteren Umgebung arbeitete. Zu den besonderen „Gästen“ in dieser Welt gehörte der Berggeist. Speziell im Harz wird dieser aber auch oft „Bergmönch“ genannt. So waren u.a. die geschäftstüchtigen Zisterzienser aus dem Kloster Walkenried an mehreren Gruben im Harz beteiligt. Demzufolge zeigte sich der Berggeist oft in Mönchskutte und barfuss, war aber je nach Laune auch zu anderen Auftritten fähig. Die Geschenke und Hilfe dieses Geistes sind ambivalent: Zwar hilft er aus größter Not, aber oft sind daran schwer einhaltbare Bedingungen wie z.B. das Schweigen darüber, wer geholfen hat, geknüpft. Die Oberharzer Bergmannssagen sind in einer anderen Mundart verfasst, als die niederdeutschen Sagen am Harzrand. Durch das Anwerben vieler Bergleute aus dem Erzgebirge im 16. Jahrhundert hat sich bis heute diese „Sprachinsel“ erhalten. Im hoffnungsvollen „Glück auf“ des Bergmannsgrußes spiegelt sich der Wunsch nach reichen Erzanbrüchen und einer gesunden Wiederkehr aus dem Berg wider. 

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