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Hübich, Höhlen, Hexen

Iberg-Geschichten zu Walpurgis

Die Harzexperten
  • Hübich in seinem Reich von oben (Foto: Günter Jentsch)

Höhlen üben eine besondere Anziehung auf Menschen und auch auf Tiere aus. Sie bedeuten Schutz, Behausung und Geborgenheit, aber auch Dunkelheit und womöglich Enge, und für uns Menschen sind sie immer verbunden mit Entdeckerdrang und Abenteuer. Schon die frühen Menschen wagten sich weit in den Schoß der Erde vor. In den Iberg bei Bad Grund drangen sie spätestens im 1. Jh. v. Chr. ein. Sie folgten den Naturhöhlen auf der Suche nach wertvollem Eisenstein. Die Welt um sie herum flackerte im Licht der Kienspäne oder Fackeln.

Ein Berg aus versteinerten Meerestieren, voller schillernder Versinterungen, massiver Bodentropfsteine und reich an Erz ist selbstverständlich ein Königreich. In Bad Grund ist es bekanntlich das des Zwergenkönigs Hübich, von dem hier schon berichtet wurde. Der war von kleiner Statur mit rauem Haar, einem Bart bis zum Bauch und einem sehr alten Gesicht. Er war freundlich und gutherzig und machte den Armen mittels seiner Zauberkräfte Geschenke. Seinen Namen hat er vom Hübichenstein, den zwei hohen Felsnadeln oberhalb der Bergstadt Bad Grund. Hier war Hübichs Hauptsitz, und sein Volk, viele tausend Männlein, betrieb im Iberg Bergbau. Die Wände seines Schlosses blitzten von edlen Stufen, die Decke aus einem Stück Schwerspat leuchtete weiß wie Schnee, von der Decke hing ein Kronleuchter von Kristall und Edelstein; in der Stube standen ein Tisch von Glaskopf und ein Stuhl von Silber. In der Iberger Tropfsteinhöhle finden sich die „Zwergenorgel” und ein „Zwergenbackofen”, in dem stets frisch gebackene Brötchen liegen, und hinter der „Geisterschlucht“ mag sich das Reich Hübichs weiter erschließen, doch noch kein Mensch ist dort gewesen. Hübich war den Menschen wohlgesonnen, sofern sie nicht seinen Hübichenstein betraten. Das bestrafte er hart. Nachdem im Dreißigjährigen Krieg Soldaten die Spitze des Hübichensteins zerschossen, wurde er nur noch selten gesehen. Seither, so wird vermutet, schläft er in der Iberger Tropfsteinhöhle: Einer der großen Bodentropfsteine sei der schlafende Hübich, so heißt es. Nur alle 100 Jahre soll er an die Erdoberfläche zurückkehren. Von den derzeitigen Höhlenführern hat es aber noch keiner erlebt.

Sammeln sich am Hübichenstein oberhalb von Bad Grund auch zu Walpurgis die Hexen zum Abflug auf den Brocken, so sind sie doch am nahgelegenen Iberg kaum zu finden – schon gar keine bösen. Es gab allerdings einmal eine bitterböse Stiefmutter in Bad Grund, die zur Strafe zehn Jahre in eine Eibe am Eingang der Höhle verwandelt und schließlich doch noch zu einer reumütigen guten Frau wurde. Später hat man sie an der Höhle begraben. Aus ihrem Grab wuchs wieder eine Eibe, die noch immer dort oben steht. Wer es nicht glaubt, soll kommen und nachsehen. Von den Eiben (Iben), die auf dem Iberg wachsen, soll der Berg übrigens seinen Namen haben – oder aber vom Eisen (Isen), das in ihm wächst.

Über das HöhlenErlebnisZentrum Iberger Tropfsteinhöhle

HöhlenElebnisZentrum Iberger Tropfsteinhöhle (Foto: HöhlenErlebnisZentrum, G. Jentsch)

Spannende Erdgeschichte, europäische Höhlenarchäologie und DNA-Forschung unter einem Dach vereint. Im HöhlenErlebnisZentrum Iberger Tropfstein höhle trifft man auf die bisher älteste genetisch belegte Großfamilie der Welt –, auf ihr nachgebautes Höhlengrab und sogar auf heute lebende Nachfahren des Clans. 

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