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Magischer Altweibersommer

rund um das Albrechtshaus und die Stabkirche bei Stiege

3 Schulze & 1 Dziekan

 

Wer etwas abseits vom allgemeinen Trubel unterwegs sein will, den die ein oder andere Sehenswürdigkeit im Harz mit sich bringt und trotzdem von allem etwas im Kleinen erhaschen möchte, dem sei die hier vorgestellte Wanderung empfohlen.

Startpunkt ist das bei Stiege gelegene Albrechtshaus. Letzteres ist der gleichnamige Haltepunkt der Selketalbahn für Eisenbahnromantiker oder ebenso der Buslinie 450 der VGS Südharz aus Stolberg kommend. Alternative: Der Ausgangsort ist per PKW von Stiege aus Richtung Güntersberge über die B 242 gut zu erreichen.

Das Albrechtshaus und die Stabkirche
In Nachbarschaft zum Albrechtshaus ist die Stabkirche gelegen, beide Orte verbindet eine bis heute währende Geschichte. Das Albrechtshaus wurde ab 1894 erbaut und diente fast ein Jahrhundert als Lungenheilstätte in klarer Harzluft. Das noch im Herzogtum Braunschweig gegründete Sanatorium erfuhr mit dem Ende der DDR unterschiedliche Nutzungen, was in einem über 25jährigen Leerstand mündete. Noch vor wenigen Jahren versprühte das eindrucksvolle Haus auch in verlassenem Zustand einen Charme wie aus Thomas Manns „Zauberberg“. 2013 zerstörte ein Großbrand diese letzte Anmutung. Trotz oder gerade deswegen ist es ein lebendiger Ort. Zum einen weil es um das Albrechtshaus ernstzunehmende Planungen als Hotelanlage gibt, zum anderen weil das Gebäude an ein Naturschutzgebiet (NSG) grenzt. Dieses dient u. a. der Zwergfledermaus als eines der höchstgelegenen Jagdreviere. Unsere kleine Wanderung wird z. T. am NSG entlangführen.
Absolut sehenswert ist die hübsche Stabkirche, die 1905 als Sanatoriumskapelle in Anwesenheit „Se. Königl. Hoheit, Prinz Albrecht von Preußen, Regent des Herzogtums Braunschweig“ (und Namensgeber des Albrechtshauses) eingeweiht wurde. Sie hat die Zeit bis jetzt zum Glück relativ unbeschadet überstanden, wobei gerade in den letzten Jahren Fälle von unverständlichem Vandalismus zugenommen haben und u. a. Fensterscheiben zerstört wurden. Die Kirche ist nicht immer öffentlich zugänglich, aber wenn, ist es dank eines rührigen Vereins meist ein kleines Fest mit vielen interessanten Gesprächen. Der Verein hat sich mit dem Ziel gegründet, das sakrale Kleinod zu erhalten und sich deshalb entschlossen, eine Versetzung des Gebäudes in den Ort nach Stiege zu planen und zu finanzieren. Zur Geschichte der Kirche, zu ihrer Bauweise, dem geplanten Rettungsversuch und vielem Interessanten mehr, kann man sich auf der Webseite des Vereins unter www.stabkirche-stiege.de informieren.

Auf zum Brocken-Panorama!
Rund um die Stabkirche/das Albrechtshaus sind die Wege recht gut ausgeschildert. Unsere überschaubare Wanderung ist durchgängig gut zu gehen bzw. mit unserem Chariot zu befahren. Wir folgen der Beschilderung zum „Brocken-Panorama“ durch einen luftigen, von jungen und alten Bäumen durchmischten Wald. Dann erreichen wir das Plateau mit riesigen, herrlich weiten Gebirgswiesen und dem versprochenen „Brocken-Panorama“. Das Grasland lädt sofort zu einem Picknick in der späten Herbstsonne ein und beim gemütlichen Essen stellen wir fest, dass man hier bei kurzem Gras wunderbar Drachensteigen, Federball oder Fußball spielen könnte. Wir haben nichts davon dabei und haben so unseren Spaß mit jagen, klettern, schauen. A propos schauen: Ein Haulen und Zischen hat sie angekündigt, gleich darauf schnauft an der unteren Wiesensenke fröhlich die Selketalbahn vorbei. Dann ist wieder Stille. Für den Rückweg queren wir die Weide talabwärts Richtung Selketalbahn. Als wir zurückschauen, ein neues, schönes Naturschauspiel – in den Gräsern sieht man ganz deutlich im Gegenlicht die vielen feinen Fäden des Altweibersommers gesponnen. Kurz darauf ertönt über uns das sehnsuchtsvolle Klagen der nach Süden ziehenden Graugänse. Noch ein Blick nach oben, nun treten wir in den herbstlich gefärbten Wald ein. Der Wanderweg ist ab hier identisch mit einem Teilstück des insgesamt 70km langen Selketalstiegs und führt uns durch einen urig schönen Laubwald direkt an den Ausgangspunkt zurück.

Dauer: Reine Gehzeit mit Kindern 1,5 h + Picknick + Aufenthalt an der Stabkirche
Strecke: ca. 5 km

pÜber den Autor
3 Schulze & 1 Dziekan

3 Schulze & 1 Dziekan

Familie Schulze/Dziekan ist in Wernigerode zu Hause, „dort wo andere Urlaub machen“. In ihrer Freizeit nutzen sie die vielfältigen Erlebnismöglichkeiten des Harzgebirges und entdecken neben den großen Attraktionen gerne auch die etwas versteckteren Ausflugsziele. Beliebter Dreiklang ihrer Touren in unterschiedlicher Reihenfolge: Sehenswürdigkeit – Aktivität – kulinarische Einkehr.

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