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Der Schlosser am Brocken

Der Brocken - Foto: Andreas Lehmberg

oder: Augen zu und weg

Im Schuppental bei Schierke steht ein geheimnisvoller Venedigerstein, manche nennen ihn auch Mönchsstein. Man muss aufmerksam sein, dass man die interessante, in den Stein geritzte Figur nicht übersieht. Doch einmal entdeckt, kann man sich gut vorstellen, dass folgende Sage hier ihren Ausgang genommen haben könnte...

Ein Schlosser kam auf seiner Wanderschaft auch durch das Brockengebiet. Dort begegneten ihm zwei Venetianer, die er neugierig verfolgte. Doch plötzlich waren diese seinen Augen entschwunden und alles Suchen half nichts. Er hatte jedoch Glück, denn am anderen Tag traf er sie wieder, wobei die Fremden mit dem Kopf schüttelten und sagten: „O, ihr lieben Harzer, dass ihr diese Steine nicht besser nutzt! Ihr werft oft mit einem Stein nach einer Kuh, der mehr wert ist als die Kuh selbst!“ Dann luden sie den Schlosser ein, mit ihnen zu kommen. Als er fragte, wohin die Reise gehen solle, hörte er „Venetien“. Da hatte der Schlosser Bedenken, dass ihn seine Füße so weit tragen würden. Doch die Venediger meinten, sie würden etwas Besseres wissen als gehen, er solle erst einmal einen Schnaps holen. Zurück, tranken alle einen beherzten Schluck.

Kurz darauf fiel der Schlosser in einen tiefen Schlaf. Wie staunte er jedoch, als er erwachte! Denn er lag in einem kostbaren Bett, auf einem Stuhl daneben lag nicht mehr sein abgewetztes Gewand sondern edle Kleidungsstücke. Da nichts anderes da war, musste er diese anziehen. Noch immer wusste er nicht weiter, deshalb zog er an einem Glockenstrang neben dem Bett, worauf sofort eine Dienerin erschien. Sie führte ihn durch ein prächtiges Haus in einen großen Kaufmannsladen, in dem die beiden Fremden arbeiteten, mit denen er gestern noch bei Schierke getrunken hatte. Einige Jahre ließ er es sich so gefallen, doch dann trieb ihn die Sehnsucht wieder in die Heimat. So befand er sich eines Tages wieder in einem Wirtshaus in Schierke in netter Gesellschaft, als er auf einmal eine Eingebung hatte, aufstand und sagte: „Wenn ich kein Mittel finde, bin ich schon in einer Viertelstunde tot.“ Daraufhin fragte er den Wirt nach einem Fass, welches man luftdicht verschließen könne. Zum Glück war eines da, der Schlosser wartete nicht lang, stieg in das Fass und ließ es von außen dicht verschließen. Keine Minute später, wer weiß woher, kam eine Kugel angepfiffen und suchte den Schlosser. Langsam lief sie sich auf dem Fass aus. Sofort kam der Schlosser heraus, griff das Gewehr des Wirtes und schoss die Kugel wieder zurück nach Venetien, so dass die Gefahr abgewehrt war. Davon erzählte man sich noch lange in Schierke.

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