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Die Osterjungfrau

Reste der Alten Burg (Foto: Stadt Osterode am Harz)

oder: Zur rechten Zeit am rechten Ort

Es befinden sich mehrere Burgruinen um Osterode, aber nur die Alte Burg hat eine Osterjungfrau. Die Ruine liegt heute inmitten des städtischen Friedhofs und ist daher nicht direkt zugänglich. Doch auch aus der Ferne kann man erkennen, dass die Reste des romanischen Wohnturms zu einem der größten Bergfriede Mitteleuropas gehören...

Ein unglückliches Schicksal hat die Osterjungfrau in den Keller unterhalb der Alten Burg gebannt. Sie war einst die Tochter des Burgherren, früh verwaist und weigerte sich, einen herzlosen Verehrer zu heiraten. Dieser verzauberte sie aus Rache mit Hilfe morgenländischer Kunst dazu, in den Kellern der Burg die Schätze zu bewachen. Ihr war es nur einmal im Jahr, nämlich am ersten Ostertag, möglich sich im Tageslicht zu zeigen. Sie wird als hübsches Mädchen mit langem blonden Haar, blauen Augen und in ein silbergraues Gewand gekleidet beschrieben. Auch sagt man der Osterjungfrau nach, dass sie gut sei und Bedürftigen helfe.

Das Glück sie zu treffen, hatte vor Zeiten ein armer Leineweber. Er war voller Kummer unterwegs, denn seine Frau war krank, seine fünf Kinder hungerten. Da entdeckte er die schöne Osterjungfrau, die in der Söse ihre Füße badete und ihn sogleich ansprach: „Nur einmal im Jahr erscheine ich hier am Ostermorgen und beglücke den, der es verdient. Wenn es heute Mitternacht ist, steige zur Burg hinauf und pflücke an der Turmwand die hellglänzende Lilie, was du dann siehst, ist für dich.“ Hoffnungsfroh tat der Leineweber wie ihm geheißen. Als er die Blume brach, stand die Osterjungfrau vor ihm und zeigte ihm eine Stelle mit einem Kessel voller Goldstücken. Sie bat ihn, soviel mitzunehmen, wie er könne. Mit dem Geld gelang es ihm, seine Familie zu retten, eine betriebsame Handwerkerszunft in Osterode zu gründen; die Zauberlilie kaufte ihm der Herzog ab und nahm diese in sein Wappen auf. Voller Dankbarkeit kehrten der Leineweber und seine Frau jährlich auf den Burgberg wieder, um der Osterjungfrau zu gedenken.

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