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Kurz informiert

Die meistgestellten Fragen rund um das Thema Wald im Wandel

Warum sind besonders die Wälder vom Klimawandel betroffen?

Unsere Wälder müssen sich den akuten und schnellen Klimaveränderungen gegenüber anpassen. Für eine solche Anpassung benötigen komplexe Ökosysteme wie der Wald allerdings viele Wald-Generationen, die 100 bis 200 Jahre oder länger dauern können. Mit ihren langen Generationswechseln stehen Waldökosysteme somit ganz besonders unter Druck.

Warum ist gerade die Fichte besonders vom Klimawandel & vom Borkenkäfer betroffen?

Fichten sind Flachwurzler und somit sturmgefährdet. Zudem benötigen Fichten viel Wasser zum Wachsen. Gleichzeitig wird das Wasser auch für die Harzproduktion benötigt, um beispielsweise den Borkenkäfer abzuwehren. Nach dem Orkan Frederike und den trockenen Sommern im Jahr 2018 und 2019 wurden die geschwächten Fichten somit anfälliger für einen Borkenkäferbefall.

Problematisch sind hier insbesondere die Niederschlagsdefizite in der Vegetationszeit. Zudem wachsen heute noch viele Fichtenwälder außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes. Die zu warmen Lagen oder schlecht durchwurzelten Böden begünstigen die Anfälligkeit dieser Fichtenwälder.

Woher kommen plötzlich so viele Borkenkäfer?

Borkenkäfer sind ein natürlicher Teil des Ökosystems Wald und schon immer im Wald vorhanden.

Sie besiedeln kränkelnde, absterbende oder umgebrochene Bäume und senden dann einen Duftstoff aus, der andere Borkenkäfer anlockt. Trockene Jahre begünstigen die Vermehrung, sodass sich die Borkenkäfer überdurchschnittlich stark in den geschwächten Fichten ausbreiten konnten.

Warum gibt es im Harz so viele Fichtenwälder?

Viele der reinen Fichtenwälder wurden direkt nach dem zweiten Weltkrieg gepflanzt. Sie waren damals die einzigen schnell wachsenden Baumarten, die als Saatgut in großen Mengen zur Verfügung standen und aus denen Pflanzen für die Wiederaufforstung gezogen werden konnten. Auch war der Anbau anspruchsvollerer Baumarten auf den großen Freiflächen mit ihren extremen klimatischen Bedingungen nicht möglich. Das Holz der Fichten wurde dringend gebraucht für den Wiederaufbau und den wirtschaftlichen Aufschwung.

Wieso hat man nicht schon eher etwas gegen das Baumsterben unternommen?

Die Förster „bauen“ die reinen Nadelwälder bereits seit einigen Jahrzehnten um. Sie setzen dabei auf standortangepasste und vielfältige Laub- und Nadelbaumarten, die sich besser an die klimatischen Veränderungen anpassen können. Der Waldumbau und das Baumwachstum benötigen jedoch Zeit, sodass Entwicklungen erst nach einer gewissen Zeit zu sehen sind.

Warum wird das tote Holz nicht aus dem Wald geholt?

Nationalparke schützen natürliche Prozesse. Sie schaffen gerade durch das Zulassen von Zerfalls- und Zusammenbruchsphasen wertvolle Lebensräume, die sonst selten geworden sind. Deshalb bleibt das Holz im Bereich des Nationalparks Harz weitgehend im Wald. Das Totholz stellt einen wichtigen Lebensraum für Pilze, Insekten, Vögel oder Fledermäuse dar.

Auch im Wirtschaftswald wird Totholz aus ökologischen Gründen belassen. Stehendes Totholz kann aber bei der Aufforstung und späteren Waldpflege Menschen gefährden. Aus Arbeitsschutzgründen muss es daher auf vielen Flächen geräumt werden.

Wann hört der Waldwandel auf?

Da die zukünftigen Entwicklungen unklar sind, gibt es zu dieser Frage keine pauschale Antwort.

Wie sieht der Wald in Zukunft aus?

Im Nationalpark wird nur in wenigen Bereichen in die Naturgeschehnisse eingegriffen. So wandelt sich der Wald hier wieder zu einem wilden Naturwald.

In den Wirtschaftswäldern wird der Wald aktiv durch den sogenannten Waldumbau verändert. Hierbei werden reine Nadelwälder in stabilere Mischwälder mit unterschiedlich alten Bäumen überführt. Dies geschieht durch Pflanzungen und natürliche Verjüngung wie Samenfall und Saat. Durch die Baumvielfalt im Wald soll die Anpassungsfähigkeit an das künftig herrschende Klima gefördert werden.

In den Hochlagen des Harzes ist die Fichte von Natur aus heimisch und wird deshalb auch in Zukunft die Hauptbaumart neben Ebereschen sein. In tieferen Lagen werden vor allem Laubbäume wie Buche, Bergahorn, Eberesche, Weide, Esche und Eiche wieder vermehrt wachsen.

Der Wald – Klimaopfer oder Klimaretter?

Einerseits sind die Wälder durch den Klimawandel bedroht, andererseits senken Sie jedoch auch den CO2- Gehalt der Luft. Bäume und Wälder entziehen der Atmosphäre beim Wachstum das klimaschädliche CO2. Im Holz der Bäume und im Boden speichern Wälder somit große Mengen CO2 und liefern damit einen positiven Beitrag zur Klimabilanz.

Kann man noch gefahrlos wandern?

Sowohl der Nationalpark Harz als auch die Landesforstbetriebe und private Waldbesitzer nehmen die Verkehrssicherungspflichten sehr ernst und arbeiten an der Pflege der Waldwegenetze, an den Belangen der Waldpflege, der Holzernte und den Bedürfnissen der Waldbesucher.

Trotzdem bitten wir Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit, die Verhaltensregeln des Waldknigges vor und während Ihres Waldbesuchs zu berücksichtigen sowie sich an mögliche Sperrungen und Umleitungen zu halten.

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