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Aurora von Köngismarck ((1662-1728)

Aurora-von-Königsmarck-Quedlinburg (Foto: Stadt Quedlinburg, Städtisches Museum)

An der Wende zu zwei Jahrhunderten, in den Nachwirkungen des 30jährigen Krieges, zwischen aufstrebenden absolutistischen Herrschern, in der Zeit des Barock suchte Marie Autora Gräfin von Königsmarck nach einem eigenen Lebensweg.

Sie stammte aus einer reichen und angesehenen Familie, die durch den militärischen Erfolg der männlichen Mitglieder europaweit bekannt war. Man besaß Besitzungen in Schweden und pflegte Beziehungen nach Italien, Frankreich und in verschiedene deutsche Herrscherhäuser.

Diplomatie, bedeutende Fremdsprachenkenntnisse, Interesse an verschiedenen Wissensgebieten und eine ausgeprägte künstlerische Ader rühmen die Zeitgenossen an der zudem schönen Frau.

Aurora hat wohl schon relativ früh für sich einen eigenen Lebensweg entworfen. Zumindest lehnte sie alle, der nicht wenigen, Heiratsanträge ab. Jenseits dieser Freiheit war sie allerdings den Beschränkungen ihrer Zeit als Frau unterworfen: Nach dem Tod der Eltern verwaltete der jüngere Bruder Phillip das Familienvermögen. Dieser Umstand wurde zum großen Problem, nachdem ihr Bruder im Juli 1694 nach einer Hofaffäre in Hannover für immer spurlos verschwand. Solange sein Tod nicht bestätigt war, konnten weder Aurora noch ihre Schwestern über das inzwischen auch erheblich geschrumpfte Familienvermögen verfügen.

Aus diesem Grund suchte sie Hilfe bei einem Bekannten ihres Bruders, August dem Starken (1670-1733). In Dresden entspann sich eine knapp zweijährige Beziehung zu dem acht Jahre jüngeren Monarchen, der Aurora zu seiner ersten Maîtresse en titre ernannte. Der berühmte französische Generalmarschall Moritz von Sachsen stammte aus dieser Beziehung und wurde 1696 in Goslar geboren.

Nach dem die Verbindung zu August abkühlte, verfolgte Aurora ihr spätestens seit 1694 angestrebtes Ziel, Äbtissin des Freiweltlichen Hochadelsstiftes Quedlinburg zu werden. Dieses Stift, das seit dem Jahr 936 bestand und mit kaiserlichen Privilegien ausgestattet war, bot einer ledigen, hochadeligen Frau ein hohes Einkommen und besonderen Schutz. Die Schutzvoigtei über das Stift lag bis 1697 bei August dem Starken, der diese dann an den Kurfürsten von Brandenburg veräußerte. Aurora von Köngismarck gelang es geschickt durch all diese politischen Wirren sich einen Platz im Stift zu sichern, sie wurde sogar zur Pröpstin gewählt. Ihr Plan, Äbtissin zu werden, scheiterte allerdings an dem vehementen Widerstand weiterer Stiftbewohnerinnen. Aurora, die trotz der Position viel auf Reisen war, übernahm u. a. auch eine diplomatische Mission, zog sich später jedoch ganz auf ihr Stift zurück. Ihre Freiheit hat sich die geistreiche und charmante Aurora bewahrt, über die Voltaire meinte, dass sie die „die berühmteste Frau zweier Jahrhunderte“ sei.

Auf den Spuren Auroras in Quedlinburg:

Auf dem Stiftsberg im Schlossmuseum Quedlinburg widmet sich die Ausstellung „Die ideale Frau. Das dramatische 18. Jahrhundert in der Geschichte des freiweltlichen Hochadelsstiftes Quedlinburg" den eigenwilligen Persönlichkeiten Maria Aurora von Königsmark, Anna Amalia von Preußen und Sophia Albertine von Schweden, die als Pröpstin und Äbtissinnen das Stift zu Quedlinburg regierten.

Literatur zum Nachlesen und Quellen:

Sylvia Krauss-Meyl: Die berühmteste Frau zweier Jahrhunderte. Maria Aurora von Königsmarck. Regensburg 2002.

Monika Mai: „...ich fange nachgerade an einzusehen, daß es meine Bestimmung ist, Aebstissin zu werden.“ Maria Aurora von Königsmarck, des Kayserlich Freiweltlichen Stiftes zu Quedlinburg Probstin. In: Thomas Weiss (Hg.): Frauen im 18. Jahrhundert. Entdeckungen zu Lebensbildern in Museen und Archiven in Sachsen-Anhalt. Halle 2009.

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