© Annalena Kolberg

Die Sage von der Roßtrappe

Auf einen Blick

  • Thale

oder: So hinterlässt man bleibende Spuren

Der Roßtrappenfelsen liegt unweit von Thale hoch über dem Tal der Bode, die sich in der Tiefe mal mehr, mal weniger reißend ihren Weg sucht. Auf dem Felsvorsprung befindet sich eine eigenartige, hufeisenförmige Vertiefung im Stein, die dem Ort ihren Namen gegeben hat...

Vor langer, langer Zeit ehe die Menschen den Harz besiedelten, wohnten hier Riesen. Sie rissen sechzigjährige Eichen mit samt den Wurzeln aus und kämpften damit und waren auch sonst ein raues Volk. Einst hatte ein Riesenkönig eine Tochter, die schöne Brunhilde. Sie liebte die Jagd, kam so auf ihrem Riesenross auch in die Gefilde des mächtigen Riesen Bodo, der im Böhmerwald lebte. Dieser begehrte sie zur Frau, aber Brunhilde als auch ihr Vater lehnten die Hochzeit ab. Bodo sann auf Rache. Nicht lang und ersah die schöne Riesin auf ihrem weißen Zelter jagen. Sofort schwang er sich auf sein schwarzes Ross, dass weite Fluren im Augenblick übersprang. Brunhilde setzte voller Angst zur Flucht an, die Hatz ging über den Thüringer Wald auf das Harzgebirge zu. Hier scheute ihr müdes Pferd vor einem gewaltigen Abgrund, an der Stelle, die heute Hexentanzplatz heißt.

Doch das Schnauben von Bodos Pferd kündigte sein Nahen an, und mit aller Kraft drückte Brunhilde ihrem Zelter die Sporen in die Weichen. Das Ross sprang über den furchtbaren Abgrund, das tosende Wasser im Tal und landete glücklich auf dem gegenüberliegenden Felsvorsprung, wo sich sein Huf tief eingrub. Beim Sprung verlor Brunhilde ihre zentnerschwere Königskrone. Bodo, der nachsetzte, stürzte jedoch samt Pferd in die Tiefe. Und dort, an der tiefsten Stelle im Fluss, bewacht er noch heute in einen schwarzen Hund verwandelt die goldene Krone der Riesentochter. Das Wasser heißt seit dem aber Bode.

Auf der Karte

06502 Thale


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