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ARS MORIENDI – Ein zeitgenössischer Blick

Im Rahmen einer Vernissage eröffnete am Dienstag, 21. Mai die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt die Sonderausstellung „ARS MORIENDI – Ein zeitgenössischer Blick“ in Luthers Sterbehaus in Eisleben.

Die Ausstellung zieht viele Kunstinteressierte in Luthers Sterbehaus.

Zu der feierlichen Eröffnung der Sonderausstellung „ARS MORIENDI – Ein zeitgenössischer Blick“ kamen am Dienstag, 21. Mai rund 50 Kunstinteressierte aus der ganzen Region in Luthers Sterbehaus. Im Beisein der Künstlerinnen führten Stiftungsdirektor Dr. Stefan Rhein und die Kuratorin Jutta Jahn in die Ausstellung ein, die nun bis zum 3. November in Eisleben zu sehen ist.

Sterben ist ein biologisches Ereignis, das schon immer kulturell beeinflusst war. Dementsprechend unterlag der Umgang mit ihm im Laufe der Zeit einem stetigen Wandel. So verstanden die Menschen im Mittelalter und der frühen Neuzeit den Tod als integralen Bestandteil des Lebens und akzeptierten ihn. Sie starben in ihrem alltäglichen Umfeld im Beisein ihrer Familie und Freunde. Heute jedoch sind der Tod und das Sterben aus der Wahrnehmung unserer Gesellschaft gerückt. Mehr und mehr wird so das Sterben tabuisiert und ausgeblendet.

„Während man im 15. und 16. Jahrhundert vorbereitet sterben wollte, also seinen Tod hinsichtlich Seelenheil, Abschiednehmen und Hinterlassenschaft geregelt wissen wollte, möchten wir heute lieber jäh und plötzlich sterben und uns nicht vorher mit unserem eigenen Tod auseinandersetzen“, sagte Stefan Rhein. „Dieses Thema passt wunderbar in unser Museum Luthers Sterbehaus, da wir uns hier mit unserer Dauerausstellung auch mit der Sterbekultur beschäftigen“.

Dieses sensible Thema greift die Sonderausstellung „ARS MORIENDI – Ein zeitgenössischer Blick“ auf und fragt nach dessen Bedeutung in unserer Gegenwart und in der heutigen Kunst. Dafür präsentiert die Sonderausstellung 13 beeindruckende Werke von Künstlerinnen aus Halle/Saale, Leipzig, Salzatal, Berlin und Potsdam. Sie setzen sich mit dem Sterben und dem Tod auseinander und drücken ihre individuellen Zugänge zu diesem Thema künstlerisch mit verschiedenen Formen und Stilen aus. Entstanden sind bewegende Kunstwerke, darunter Fotografien, Installationen, Drucke, Zeichnungen und Objekte, die dazu auffordern, sich mit dem unumgänglichen Schlusspunkt jeder menschlichen Existenz auseinanderzusetzen – und ihm im besten Fall etwas von seinem Schrecken zu nehmen.

„Ich erhoffe mir, dass die Gäste durch ihren Besuch der Ausstellung dazu angeregt werden, sich mit ihrem eigenen Weggang zu beschäftigen und dass sie, so lange sie die Möglichkeit haben, ihre Dinge ordnen“, so die Kuratorin Jutta Jahn.

Neben den 13 ausgestellten Kunstwerken bildet ein sogenannter Audiocube eines der Highlights der Ausstellung. An dieser Station können die Besucher Beiträge der Künstlerinnen über ihre Arbeiten hören. Zusätzlich haben die Besucher die Möglichkeit, mit der Ausstellung und anderen Gästen zu interagieren: Sie können ihre eigenen Eindrücke und Empfindungen aufnehmen und somit den Audiocube mit weiteren Gedanken zu diesem berührenden, aber oft auch Angst machenden Thema füllen. Alle Besucher sind eingeladen, diese Gedanken zu teilen und zu ergänzen. Die Auseinandersetzung mit dem Sterben rückt so wieder etwas mehr in unser Bewusstsein.

Zusätzlich gibt es während der Ausstellungslaufzeit Angebote der Kulturellen Bildung, um sich intensiver mit diesem Thema auseinander zu setzen. Darunter Workshops für Jugendliche und Senioren, in denen kleine Filme und Hörgeschichten über das eigene Leben produziert werden, aber auch Vorträge und Lesungen, die sich mit dem „Tod“ beschäftigen.   

 

ARS MORIENDI – Ein zeitgenössischer Blick

Eine Sonderausstellung der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt

Laufzeit:                         22. Mai – 03. November 2019

Öffnungszeiten:               täglich von 10:00 – 18:00 Uhr, ab November von 10:00 – 17:00 Uhr

Eintritt:                           5 Euro inkl. Dauerausstellung

Adresse:                         Luthers Sterbehaus, Andreaskirchplatz 7 , 06295 Lutherstadt Eisleben

Kontakt:                         servicenoSpam@martinluther.de, Tel.: +49(0) 3491 420 31 71, www.martinluther.de

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