Natura Tipp 10 - Gegensteine und Schierberge bei Ballenstedt

Auf einen Blick

  • Start: Schlossplatz Ballenstedt
  • Ziel: Schlossplatz Ballenstedt
  • 9,89 km
  • 2 Std. 34 Min.
  • 265 m
  • 193 m

Das Tourendashboard

Wegbelege

  • Straße (8%)
  • Asphalt (24%)
  • Pfad (7%)
  • Schotter (28%)
  • Wanderweg (23%)
  • Unbekannt (11%)

Wetter

Weitere Informationen

Wegbeschreibung

 

 

 

Hinein in das Naturschutzgebiet

Start unserer Rundwanderung ist der SchlossplatzBallenstedt. Dort gibt es zahlreiche kostenfreie Parkplätze. Den Schlossplatz verlassen wir in Richtung Norden. Es geht die Trift hinab oder alternativ durch den Schlosspark, dann über die B 185 zur Bushaltestelle Felsenkellerweg der Harzer Verkehrsbetriebe. Von dort folgen wir dem Felsenkellerweg. Der Weg führt uns unter Obstbäumen entlang weiter Richtung Norden. Nach einem kleinen Anstieg ist der Muschelkalkhöhenzug der Steinberge erreicht. Von hier aus sehen wir bereits unser erstes Ziel. Es sind die Gegensteine. Zunächst geht es rechter Hand weiter, ehe der nächste Weg nach Norden abzweigt und wir wieder unter Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäumen wandern. Nachdem wir eine Senke durchquert haben, informiert uns eine Tafel über den Teufelsmauer-Stieg, den wir sogleich beschreiten wollen.

Doch zuvor lohnen noch ein paar Schritte auf dem Hohlweg Richtung Norden. Er durchschneidet die steilgestellten Schichten des Kreidesandsteins. Aufgelassene Steinbrüche zeugen von einer jahrhundertelangen Abbautätigkeit. Menschen der umliegenden Ortschaften brachen Sandsteine zum Bauen. Noch ein paar Schritte und wir sehen auf der rech-ten Seite Mauern und eine Stahltür, die den Felsenkeller ver-schließt. Es ist der Bierkeller einer einstmals sehr beliebten Gaststätte. In nahegelegenen, künstlich angelegten Höhlen wurde Champignonzucht betrieben. Im Anschluss wählen wir auf dem Teufelsmauer-Stieg nach kurzem steilem Anstieg den oberen rechten Weg. Entlang einer Streuobstwiese führt der uns auf den Kamm des Höhenzuges zum Großen Gegenstein. Im Schatten der alten Esskastanie können wir rasten, ehe es über eine schmale, 1817 in den Fels geschlagene, Treppe hinaufgeht.

 

 Auf der Sandsteinrippe

Oben auf dem „Steinschiff“ erwartet uns eine wunderbare Aussicht vom Harz mit Ramberg und Brocken bis zum EU-Vogelschutzgebiet Hakel. Ein erstes Kreuz auf dem Gegenstein wurde 1863 im Todesjahr des Herzogs ALEXANDER CARLVON ANHALT-BERNBURG aufgerichtet. Daran erinnert eine auf der Hütte Mägdesprung gegossene Kunstgusstafel. In den Felsnischen brüten Turmfalke und Hausrotschwanz. Auf den Halbtrockenrasen am Großen Gegenstein wachsen Königskerze, Kartäusernelke, Feld-Thymian und drei Enzianarten. Weiter geht’s gen Westen. Besenheide, Kleines Habichtskraut und Graue Skabiose säumen den schmalen Pfad, der uns am Kleinen Gegenstein vorbeiführt. Im März und April ist ein kurzer Abstecher in das Wäldchen zu empfehlen, aus dem sich ein Quellbach windet. Dann blühen dort im Zehling unzählige Märzenbecher. Es ist regional das bedeutendste Vorkommen dieses Frühblühers. Ein paar Schritte geht es sodann entlang der Straße nach Westen. In der Streuobstwiese brüten Grünspecht und Wendehals. Gegenüber vom kleinen Parkplatz mit der Geopark-Informationstafel weist ein Teufelchen unseren weite-ren Weg zu den Schierbergen. Er führt zunächst bergan. Oben angekommen werden nach wenigen Wanderminuten weitere kleinere Sandsteinformationen erreicht. Der Volksmund gab ihnen die Namen Mohrenkopf und Kutsche. Der Name Schierberge leitet sich von dem altdeutschen Wort „schier“ ab, was auf die kargen, ertragsschwachen Böden Bezug nimmt. Die Südhänge wurden daher traditionell mit Schafen und Ziegen beweidet und sind von Halbtrockenrasen sowie Traubeneichen als Hutebäume geprägt. Am Nordhang hingegen wächst ein urwaldartiger Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald. Hohe Laubbäume, darunter auch Rotbuchen, bieten Horstplätze für Greifvogelarten wie Rotmilan und Wespenbussard.

Muschelkalkhöhenzug mit Roseburg

Vom Schießstand geht es links am Eulenbach entlang zur Roseburg. Wer zuvor einen kurzen Abstecher zum Dicken Stein unternehmen will, folgt dem geschotterten Weg Richtung Rieder. Auf der rechten Seite, über einem alten Steinbruch, erhebt sich mit dem Dicken Stein die westlichste Felsformation des östlichen Ausläufers der Teufelsmauer. Zurück auf dem Weg, entlang des kleinen Bachs, der sich um die Wurzeln von Erlen und Weiden windet, ist bald die Roseburg erreicht. Der unbefestigte Weg wird nur unregelmäßig gemäht. Morgens oder nach Regenfällen kann das bei leichtem Schuhwerk zu nassen Füßen führen. Über eine kleine Holzbrücke gelangen wir zur Mauer, die den weitläufigen Park der Roseburg einfasst. Parallel zur Mauer geht es ein Stück entlang der stark befahre-nen L 242 zum einzigen Eingang der sehenswerten Parkanlage, von der sich uns wunderbare Ausblicke eröffnen.

Auf dem Burgberg ist im Jahr 964 die Rudolphsburg urkundlich erwähnt, von der nichts geblieben ist. Der Architekt BERNHARDSEHRING (1855 – 1941), der u. a. das Theater des Westens in Berlin entwarf, erbaute sich hier ab 1907 seine Traumburg mit Landschaftsgarten. Es gelang ihm in hervorragender Weise, Elemente unterschiedlicher Kunst- und Zeitepochen in einer Parkanlage zusammenzuführen, die heute Teil des landeswei-ten Netzwerks Gartenträume ist. Ein Parkbesuch ist deshalb unbedingt zu empfehlen! Danach wählen wir den Weg auf dem Kamm des Steinbergs in Richtung Ballenstedt. Auf den beweideten Flächen begegnen uns Pflanzen der östlichen Steppen, darunter Feld-Mannstreu, Golddistel und Zypressen-Wolfsmilch. Für den savannenartigen Charakter des Landschaftsbildes sorgen die Felsenkirschen mit ihren ausla-denden Kronen. An den Napoleon-Eichen gerät das Schloss Ballenstedt wieder in den Blick.

 

Zurück nach Ballenstedt

Die Napoleon-Eichen waren 1813 zu Ehren der aus den Befreiungskriegen zurückkehrenden Soldaten gepflanzt worden. Charakteristisch für den Nordhang des Steinbergs sind die Streuobstwiesen beiderseits der Straße „Am Zehling“, die den Steinberg quert. Schon frühzeitig wussten die Menschen um die besondere Eignung der Hanglage für den Obstanbau. Spätfröste zur Obstblüte führen dort seltener zu Missernten, denn schwerere Kaltluft kann schnell abfließen. Die Sortenvielfalt der hochstämmigen Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen im Naturschutzgebiet ist groß. Beweidung innerhalb der Streuobstwiesen sichert die Standorte seltener Orchideen. Auf dem Fußweg entlang der Straße „Am Zehling“ führt unsere Route in südliche Richtung zum Gelben Haus. Das Gebäude mit dem kleinen Turm ist eine ehemalige Zollstation, errichtet in der ersten Hälfte des 19. Jh. Hier queren wir die B 185. 

Die heute unbedeutende Straße „Alte Kreipe“, an der das Gelbe Haus liegt, war einst ein wichtiger Handelsweg. Wir folgen ihm bis zur Kreuzung Fürstenweg, einer mit alten Winterlinden gesäumten Allee. Durch das Tor (Stempelstelle Nr. 181 der Harzer Wandernadel) gehen wir in den Schlosspark. Maßgeblich geprägt wurde der vom preußischen Gartenkünstler PETER JOSEPH LENNÉ (1789 – 1866), nach dessen Entwürfen u. a. auch der Tiergarten Berlin und mehrere Parkanlagen um Potsdam gestaltet wurden. Wir schauen uns den Goldenen Löwen an und spazieren von dort zur Schlossmühle. Angetrieben wurde deren Wasserrad durch das vom Kleinen Siebersteinsteich in den Schlossteich übergelei-tete Wasser. Dort, wo eine Allee alter Winterlinden direkt ins Amtmannstal und damit in das Natura 2000-Gebiet Burgesroth und Laubwälder bei Ballenstedt (NATURA Tipp 6) führt, verlas-sen wir den Schlosspark. Vorbei am Marstall ist der Ausgangspunkt unserer Rundwanderung erreicht.

 

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