Im Rahmen von Wiederbewaldungsstrategien im Harz werden ökologische, ökonomische und erholungsbezogene Fragestellungen gemeinsam betrachtet:

Wie kann ein Wald aussehen, in dem sich Menschen gerne aufhalten und erholen?

Genau hier setzt das Teilprojekt „Erholungskonforme Wiederbewaldung“ an. Ziel ist es, die Erholungsnutzung im Wald bei Fragen der Wiederbewaldung frühzeitig mitzudenken. Erholungsaspekte können bei der Planung und Gestaltung von Waldflächen berücksichtigt werden.

Durch den Waldwandel im Harz werden Fragen zur künftigen Entwicklung und Anpassungsfähigkeit von Wäldern neu betrachtet. Diese besondere Ausgangslage bietet die Möglichkeit, verschiedene Funktionen des Waldes – Lebensraum, Wirtschaftsraum und Erholungsraum – in der weiteren Planung gemeinsam zu betrachten.

 

 

© TMN, Markus Tiemann

Im Mittelpunkt des Teilprojekts steht die Frage, welche Waldbilder Menschen als angenehm, schön oder erholsam empfinden. Um das besser zu verstehen, untersucht das Projekt die Wahrnehmung und die Vorlieben von Besuchenden auf verschiedene Weise. Ein wichtiger Ansatz sind sogenannte Photo-Walks. Dabei halten Menschen bei Ausflügen im Wald fotografisch fest, welche Orte, Strukturen oder Eindrücke sie als positiv oder negativ wahrnehmen. So soll sichtbar werden, welche Elemente im Wald von Teilnehmenden als positiv oder störend wahrgenommen werden.

Ergänzend dazu wird die Foto- und Instagram-Kampagne #derwaldruft des Harzer Tourismusverbandes e.V. analysiert. Bilder in sozialen Medien zeigen oft sehr direkt, was Menschen an Waldlandschaften anspricht, was sie bewegt und was sie mit anderen teilen möchten. Diese Einblicke helfen dabei, die öffentliche Wahrnehmung des Waldwandels und die Erwartungen an zukünftige Waldlandschaften besser zu verstehen.

 

 

Ein weiterer relevanter Bestandteil des Projekts ist der Austausch mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren im Kontext Wald. In Seminaren und Workshops kommen Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammen, die sich mit Wald, Erholung, Tourismus und Landschaftsgestaltung beschäftigen. Zusätzlich werden auch Expertinnen und Experten dazu befragt, welche Aspekte bei der Wiederbewaldung besonders wichtig sind, wenn die Erholungsfunktion mitgedacht werden soll. Das Teilvorhaben kooperiert außerdem eng mit anderen Projekten im Harz (ResEt-Fi, SURVEY, FoResLab, DIVERSA). Diese Vernetzung soll unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und praxisnahe Ansätze für die weitere Diskussion entwickeln.

Am Ende sollen die Erkenntnisse nicht nur wissenschaftlich ausgewertet, sondern auch ganz konkret nutzbar gemacht werden. Aktuell wird ein Handlungsleitfaden für die Forstpraxis entwickelt, der Hinweise dazu geben soll, wie Erholungsaspekte bei der Wiederbewaldung berücksichtigt werden können. Damit sollen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger vor Ort Hinweise erhalten, wie Naturerleben und Erholungsaspekte bei der Waldgestaltung berücksichtigt werden können.

 

 

 

© TMN Markus Tiemann | CC-BY

Ansprechpartner für das Teilprojekt:

Ricardo Göhler
Geographisches Institut
Abteilung Humangeographie
Goldschmidtstr. 5
37077 Göttingen
Tel.: +49 551 / 39 28001
E-Mail: ricardo.goehler@uni-goettingen.de

Für das Teilprojekt ist zudem Dr. Tobias Reeh verantwortlich.

Zum Teilprojekt ist auch eine kurze Audio-Sequenz entstanden, welche hier gehört werden kann.