Erholungskonforme Wiederbewaldung

Im Rahmen von Wiederbewaldungsstrategien im Harz geht es nicht nur um die zukunftsfähige Gestaltung der ökologischen und ökonomischen Funktionen, sondern auch um eine Frage, die viele Menschen direkt betrifft: 

Wie kann ein Wald aussehen, in dem sich Menschen gerne aufhalten und erholen?

Genau hier setzt das Teilprojekt „Erholungskonforme Wiederbewaldung“ an. Ziel ist es, die Erholungsqualität im Wald zu stärken und dieses Anliegen frühzeitig in die Wiederbewaldung einzubeziehen. Denn Erholung im Wald geschieht nicht zufällig – sie kann durch eine vorausschauende Planung und Gestaltung aktiv gefördert werden.

Durch den Waldwandel im Harz muss vieles hinsichtlich resistenter Wälder neu gedacht werden, wodurch sich zugleich Spielräume ergeben. Diese besondere Ausgangslage bietet die Chance, Wälder so zu entwickeln, dass sie auch in Zukunft verschiedene Funktionen erfüllen – als Lebensraum, als Wirtschaftsraum und eben auch als Ort der Erholung.

 

 

Im Mittelpunkt des Teilprojekts steht die Frage, welche Waldbilder Menschen als angenehm, schön oder erholsam empfinden. Um das besser zu verstehen, untersucht das Projekt die Wahrnehmung und die Vorlieben von Besuchenden auf verschiedene Weise. Ein wichtiger Ansatz sind sogenannte Photo-Walks. Dabei halten Menschen bei Ausflügen im Wald fotografisch fest, welche Orte, Strukturen oder Eindrücke sie als positiv oder negativ wahrnehmen. So wird sichtbar, welche Elemente im Wald zur Erholung beitragen – und welche eher als störend empfunden werden.

Ergänzend dazu wird die Foto- und Instagram-Kampagne #derwaldruft des Harzer Tourismusverbandes e.V. analysiert. Bilder in sozialen Medien zeigen oft sehr direkt, was Menschen an Waldlandschaften anspricht, was sie bewegt und was sie mit anderen teilen möchten. Diese Einblicke helfen dabei, die öffentliche Wahrnehmung des Waldwandels und die Erwartungen an zukünftige Waldlandschaften besser zu verstehen.

 

 

Ein weiterer relevanter Bestandteil des Projekts ist der Austausch mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren im Kontext Wald. In Seminaren und Workshops kommen Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammen, die sich mit Wald, Erholung, Tourismus und Landschaftsgestaltung beschäftigen. Zusätzlich werden auch Expertinnen und Experten dazu befragt, welche Aspekte bei der Wiederbewaldung besonders wichtig sind, wenn die Erholungsfunktion mitgedacht werden soll. Das Teilvorhaben kooperiert außerdem eng mit anderen Projekten im Harz (ResEt-Fi, SURVEY, FoResLab, DIVERSA). Diese Vernetzung ist wichtig, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Lösungen zu entwickeln, die in der Praxis funktionieren können.

Am Ende sollen die Erkenntnisse nicht nur wissenschaftlich ausgewertet, sondern auch ganz konkret nutzbar gemacht werden. Aktuell wird ein Handlungsleitfaden für die Forstpraxis entwickelt, welcher aufzeigen soll, wie eine erholungskonforme Wiederbewaldung umgesetzt werden kann. Damit sollen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger vor Ort dabei unterstützt werden, den Wald so zu gestalten, dass er auch künftig ein wertvoller Ort für Naturerleben, Gesundheit und Erholung darstellt.

 

 

 

Ansprechpartner für das Teilprojekt:

Ricardo Göhler
Geographisches Institut
Abteilung Humangeographie
Goldschmidtstr. 5
37077 Göttingen
Tel.: +49 551 / 39 28001
E-Mail: ricardo.goehler@uni-goettingen.de

Für das Teilprojekt ist zudem Dr. Tobias Reeh verantwortlich.

Zum Teilprojekt ist auch eine kurze Audio-Sequenz entstanden, welche hier gehört werden kann.