REGULUS-ReHa

Forschung für eine klimaschützende Wald- und Holzwirtschaft

REGULUS-Netzwerk

Wälder sind für unser Leben sehr wichtig. Sie schützen das Klima, das Wasser und die Artenvielfalt und sie bieten Orte zur Erholung. Außerdem liefern sie den Rohstoff Holz, der eine große Rolle für die Wirtschaft spielt. Heute stehen die Wälder vor großen Problemen. Dazu gehören Stürme, Trockenheit sowie Schädlinge. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Gesellschaft an den Wald. Deshalb gilt es, wichtige Fragen zum Umgang mit dem Wald und zur Nutzung von Holz zu klären, welches nur durch verschiedene Sichtweisen auf die Thematik möglich ist. Der REGULUS-Verbund hat deshalb das Ziel, verschiedene Fachrichtungen zusammenzubringen und die Forschung weiterzuentwickeln. So sollen neue Strategien entstehen, die den Wald und die Holzwirtschaft besser an den Klimaschutz anpassen.

Arbeit in Innovationsgruppen

In Deutschland arbeiten derzeit zehn regionale REGULUS-Innovationsgruppen an konkreten Lösungen für eine nachhaltige und klimafreundliche Wald- und Holzwirtschaft. Sie erforschen zum Beispiel Managementsysteme, die an das zukünftige Klima angepasst sind oder untersuchen, wie auf Schadflächen wieder vielfältige Wälder aufgebaut werden können. Außerdem untersuchen sie, wie wichtige Leistungen des Waldes auch bei Trockenheit erhalten bleiben können und wie man Altholz sinnvoll wiederverwenden kann. Jedes der zehn REGULUS-Projekte hat einen anders gelagerten Schwerpunkt. Während manche Projekte ausschließlich theoretisch forschen, versuchen andere die Ergebnisse auch in der Landschaft umzusetzen. Viele der Projekte widmen sich einer bestimmten Fallregion in Deutschland. So auch das ReHa-Projekt, welches für Regionalstudie Harz steht und im niedersächsischen Teil des Harzes angesiedelt ist. 

Dieses Projekt wird im Rahmen der BMFTR-Fördermaßnahme ‚Regionale Innovationsgruppen für eine klimaschützende Wald- und Holzwirtschaft‘ gefördert

 

Regionalstudie Harz (ReHa)

Warum ist die Regionalstudie Harz von Bedeutung und welche Ziele werden verfolgt?

In einer Region wie dem Harz, die wirtschaftlich stark vom Tourismus und von der Holzwirtschaft abhängt, besteht die Gefahr, dass große Waldschäden auch die daran anschließenden Wirtschaftsbereiche und damit das Wohl der Menschen in der Region beeinträchtigen. Die möglichen Folgen betreffen also weit mehr als die direkten Leistungen des Waldes. Die Funktionen des Waldökosystems bilden die Grundlage für alle weiteren Wirkungen. Deshalb sollten die Folgen von Störungen mit einem ganzheitlichen und fachübergreifenden wissenschaftlichen Ansatz untersucht werden. Auf dieser Grundlage können Maßnahmen entwickelt werden, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern. Das Verbundprojekt ReHa verfolgt genau dieses Ziel. Es berücksichtigt die besonderen Bedingungen im (West-)Harz, der derzeit in besonders starkem Maße von Waldschäden betroffen ist. Folgende Partner sind an dem Projekt beteiligt:

  • Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt und das Kompetenznetz für Nachhaltige Holznutzung e.V. (Abteilung Waldwachstum)
  • Universität Göttingen (Abt. Holzbiologie & Holzprodukte, Abt. Arbeitswissenschaft & Verfahrenstechnologie, Abt. Wildtierwissenschaften, Abt. Forstökonomie & nachhaltige Landnutzungsplanung, Abt. Humangeographie)
  • Fraunhofer-Institut für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI)
  • Thünen-Institut für Waldwirtschaft TI-WF
  • Harzer Tourismusverband e.V.
  • Niedersächsische Landesforsten

 

Rahmenbedingungen der Regionalstudie Harz

Das ReHa-Projekt besteht aus einer Forschungsphase von 2024-2026 und einer Umsetzungs-/Implementierungsphase von 2027-2029. Um die Ergebnisse in die Praxis kontinuierlich einzubringen und Gäste sowie Einheimische zu informieren, sind auch die Niedersächsischen Landesforsten sowie der Harzer Tourismusverband e.V. im Projekt involviert. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt finanziert und durch den Projektträger Jülich ausgegeben (033L306F).

Audio-Überlick zum Projekt

Im Sommer 2025 konnte der erste Podcast zum ReHa-Projekt veröffentlicht werden. Darin stellt Maren Hille vom Harzer Tourismusverband e.V. die Hintergründe und Ziele des REGULUS-Netzwerkes sowie der Innovationsgruppe ReHa zur Regionalentwicklung der Harzer Wälder mit den einzelnen Sichtweisen vor. Unter den untenstehenden Kacheln befinden sich vertiefende Informationen zu den einzelnen Teilprojekten sowie weitere Audios zum aktuellen Forschungsstand mit den Projektmitarbeitenden.

 

Mehr zu den beteiligten Partnern und Themenschwerpunkten

Kick-Off Meeting

Das erste Kick-Off Meeting innerhalb des Projektes „Regionalstudie Harz“ fand am 14.06.2024 in den Räumlichkeiten der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen statt. Hierbei stellten alle Projektmitarbeitenden ihre geplanten Herangehensweisen vor. Zudem wurde nach gemeinsamen Schnittstellen gesucht. Ein Teilziel ist zudem die Weiterentwicklung junger Wissenschaftler:innen, sodass im Rahmen des Projektes mehrere Studien- und Abschlussarbeiten sowie Dissertationen angefertigt werden.

Alle REGULUS-Verbundprojekte

Exkursion ins Revier Rehagen

Um sich ein Bild der Waldflächen im Harz zu machen und den Austausch mit den Niedersächsischen Landesforsten und dem Harzer Tourismusverband zu vertiefen, fand eine Exkursion der Wissenschaftler:innen früher Karrierephasen ins Forstamt Riefensbeek im Revier Rehhagen statt. Das Bild zeigt im Hintergrund Waldflächen oberhalb der Fachwerkstadt Osterode am Harz.

 

Exkursion ins Revier Braunlage

Mit den Niedersächsischen Landesforsten wurde gemeinsam nach Waldflächen gesucht, welche sich als sogenannte „Reallabore“ eignen. Es handelt sich dabei um Versuchsflächen, auf denen die einzelnen Teilprojekte ihrem Forschungsthema nachgehen können. Es kann geschaut werden, welche Baumarten sich unter welchen Bedingungen gut entwickeln, welche Wildtierarten auf den Flächen ihren Lebensraum finden und nach Nahrung suchen oder auch wie sich die Bodendurchfeuchtung entwickelt. Hierzu wurde das Forstamt Lauterberg im Revier Braunlage besucht.

Exkursion nach Braunlage/Hohegeiß

Direkt nach der Schneeschmelze wurden die Versuchsflächen bei Braunlage/Hohegeiß erneut besucht und Maßnahmen hinsichtlich der Installation von Messpunkten besprochen. Zudem wurde überlegt, wie zukünftige Projektergebnisse entlang eines thematischen Wanderweges kommuniziert werden könnten.

 

 

REHA-Präsenztreffen

Im ersten Quartal des Jahres fand die Status-Konferenz des Projektes am Nordcampus der Uni Göttingen statt. Hierbei wurde der Arbeitsstand aller Projektmitarbeitenden präsentiert. Am zweiten Tag wurden Workshops veranstaltet. Hierbei stand unter anderem die Kommunikation der Ergebnisse in Fachliteratur oder die Erlebbarmachung innerhalb interaktiver Stationen zum Hören, Lesen und Anfassen entlang der Versuchsflächen bei Hohegeiß im Fokus.

REGULUS Vernetzungstreffen

Im Sommer haben sich 24 Forschende aus sieben REGULUS-Innovationsgruppen im Harz getroffen, um gemeinsam die Forschungsflächen in Hohegeiß und im thüringischen Netzkater (Versuchsflächen einer weiteren Innovationsgruppe) zu besuchen. Im Fokus standen zwei zentrale Aspekte. Zum einen der praxisnahe Austausch zu Organisation und Durchführung von Feldmessungen und zum anderen die Diskussion darüber, wie die Flächen mit den Messpunkten zielgruppengerecht kommuniziert werden können.

Tag der offenen Tür

Neben vielen weiteren Projekten wurde der Harz mit seinen Waldflächen mit einem Stand zum Projekt bei der Nacht des Wissens der Universität Göttingen präsentiert. Interessierte Gäste konnten als Familie einiges am Stand erleben. Viele verschiedene Baumsetzlinge konnten bestaunt werden und bei einem Harzquiz für die ganze Familie, konnte gerätselt werden, welche Tierarten in den Harzer Wäldern vorkommen. Für die „kleinen“ Gäste wurden im Nachgang drei Preise ausgegeben, welche ein Überraschungspaket mit der Brockenbande mit einem Stoffrucksack, einem Malbuch und Buntstiften, einem Schlüsselanhänger und einem Rätsel mit Würfel sowie ein Entdeckerheft beinhalteten.

Podcast-Veröffentlichung

Im Sommer konnte der erste Podcast zum REHA-Projekt veröffentlicht werden. Darin stellt Maren Hille die Hintergründe und Ziele der REGULUS-Verbundgruppe sowie der Innovationsgruppe REHA zur Regionalentwicklung der Harzer Wälder mit den einzelnen Sichtweisen vor. Der Podcast ist hier abrufbar

Zur Podcast-Folge

Ergebnispräsentation

Um den engen Austausch mit den Niedersächsischen Landesforsten zu pflegen, wurde der aktuelle Stand aller Teilprojekte bei einem gemeinsamen Treffen im Forstamt Lauterberg vorgestellt. Im Anschluss folgte eine gemeinsame Diskussionsrunde.

Zum Forstamt Lauterberg

Podcast-Veröffentlichung

Um die Projektinhalte auch für andere interessierte Personengruppen zugänglich zu machen und dies auf eine möglichst unterhaltsame Art, stellten sich vier Projektmitarbeitende aus unterschiedlichen Teilprojekten den Fragen von Luca und Maren vom Harzer Tourismusverband.

Was kann man sich unter einem Foto Walk durch den Wald vorstellen? Welche Baumarten eigenen sich, um daraus hochwertige Baustoffe zu fertigen? Welche Faktoren spielen bei der Gewinnerzielung mit Holz eine Rolle? Oder welche Gefahren können mit der Rodung von Bäumen einhergehen? Diese Fragen werden im entstandenen Podcast leicht verständlich beantwortet.

 

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REHA-Präsenztreffen

Im ersten Jahresquartal fand turnusgemäß das nächste Präsenztreffen der zehn Teilprojekte der ReHa-Studie statt. Als Standort wurde dieses Mal die Alte Mensa der Universität Göttingen gewählt. Es wurde deutlich, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt gesteckte Meilensteine erreicht werden konnten. Folgende spannende Fragestellungen wurden unter anderem aufgezeigt und diskutiert:

Wie weit reisen Tagesgäste zu einem Waldstück an, um sich z.B. nach der Arbeit dort zu erholen?

Welche Aspekte beeinflussen Menschen bei ihrem Walderlebnis positiv wie negativ?

Welche ausgewählte Baumarten werden sich u.a. zukünftig im Harz verbreiten können?

REGULUS-Statuskonferenz

Im März fand die 3. REGULUS-Statuskonferenz in München statt. Dabei wurde die Forschung zum Waldbestand im Harz von Leona Ottens mit ihrem Vortrag zur "ökonomischen Betrachtung der Übernahme früh-sukzessionaler Baumarten in die Wiederbewaldung" vorgestellt.

Drei weitere Posterbeiträge zeigten die Vielfalt dieses Projektes:

Jannik Kauth, zur "Modellierung der Verjüngungssituation im Harz"

Ricardo Göhler – gemeinsam mit unserem Projektpartner ReformRegioWald - zum Thema "Erholung im Wald"

Maren Hille & Heidi Döbbeler – zum bestehenden und geplanten "Wissenstransfer"

Das Poster von Maren Hille, präsentiert von Heidi Döbbeler, wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet!

Aspen-Ernte bei Lautenthal

Früher war die Fichte der prägende Charakterbaum im Harz, doch heute entsteht durch Naturverjüngung und gezielte Pflege eine neue, vielfältigere Waldlandschaft. Im Fokus steht die Aspe (Zitterpappel) als Baum des Jahres 2026! Sie wächst verhältnismäßig schnell, bildet breite Jahresringe und bringt spannende Eigenschaften mit sich. Doch ihr weiches Holz stellt die Forsttechnik vor Herausforderungen.

 

Genau deshalb wurden bei Lautenthal einige Exemplare für wissenschaftliche Untersuchungen geerntet. Die Frage ist, welches Potenzial diese Baumart künftig für lasttragende Holzwerkstoffe hat. Die Niedersächsischen Landesforsten arbeiten dabei mit dem Fraunhofer Institut für Holzforschung WKI zusammen.