Holzwerkstoffe

Was kommt nach der Fichte?

Das Fraunhofer WKI untersucht die stoffliche Verwertung der im Harz aufkommenden neuen Waldgeneration. Diese enthält zunehmend Laubgehölze, die sich in ihren technologischen Eigenschaften stark von den bisher den Harz dominierenden Fichten unterscheiden. Holzqualitäten, die sich nicht für eine Verarbeitung im Sägewerk eignen und geringe Durchmesser die bei der Pflege der entstehenden Mischwälder als Durchforstungsholz anfallen, müssen nicht energetisch verwertet werden. Viel sinnvoller ist es ökonomisch und vor allem ökologisch, die Laubhölzer in zerkleinerter Form als Bauprodukt nutzbar zu machen. Bei Laubholz hat sich dieser Ansatz für die Forschung als Herausforderung dargestellt, wenn Produkte für tragende Anwendungen entwickelt werden sollen. Im Bereich der Holzwerkstoffe eignen sich hierfür Furnierschichtholz (LVL) und die Grobspanplatte Oriented Strand Board (OSB). 

 

Unterschiedliche Laubbaumarten mit vielfältigen Eigenschaften

Die unterschiedlichen Inhaltsstoffe der Holzarten Birke, Eberesche und Zitterpappel und ihre unterschiedliche Anatomie führen zu verschiedenen mechanischen Eigenschaften der daraus hergestellten Werkstoffe. Am Fraunhofer WKI wird geforscht, wie die Prozessparameter für diese Holzarten angepasst werden müssen, um ihre Normanforderungen zu erfüllen. Typisch für Laubholz wurde bereits die Beständigkeit gegen Feuchteeinwirkung als problematisch identifiziert. Die Quell- und Schwindbewegungen von Laubholz führen dazu, dass Platten ihre Dimension nicht halten oder ihre Festigkeit in feuchten Bereichen zu stark gemindert wird. Die Pappel zeigt hierbei jedoch bereits gute Ergebnisse, während OSB aus Birke besonders großes Optimierungspotential haben. Anpassungen der Plattendichte, des eingesetzten Klebstoffs und der Strandgeometrie sollen hier weiterhelfen. Auch bei der Herstellung von Furnier für LVL kann bereits in der Vorbereitung durch Variation der Temperatur und Dauer der Stamm ganz nach Bedarf für den Schälprozess geschmeidig gemacht werden. Durch Optimierung kann hier der Energieaufwand minimiert und die Furniergüte optimiert werden. Bei der Herstellung von LVL-Trägern aus Pionierbaumarten kann das Maß der Verdichtung entscheidend sein, um die Anforderungen an ein sicheres Bauprodukt zu erfüllen.

 

Ansprechpartner für das Teilprojekt:

Tobias Krenn
Holzsortierung, Bauholz, Lagenwerkstoffe
Fraunhofer-Institut für Holzforschung
Wilhelm-Klauditz-Institut WKI
Riedenkamp 3
38108 Braunschweig
Telefon +49 531 / 2155 279
E-Mail: tobias.krenn@wki.fraunhofer.de 

Das Teilprojekt wurde in den Jahren 2024-2025 von Claudia Burgold betreut.

 

Mehr Wissenswertes zum Teilprojekt ist im Podcast nachzuhören:

Um die Zitterpappel (Aspe) innerhalb des Projektes auf ihre Eigenschaften untersuchen zu können, wurden ausgewählte Stämme durch die Niedersächsischen Landesforsten bei Lautenthal im Harz geerntet.
Hierzu ist auch ein Artikel in der Goslarschen Zeitung und in der Land & Forst (14/2026) entstanden, genauso wie ein Blogartikel der Niedersächsischen Landesforsten, welcher hier abgerufen werden kann. Zudem befinden sich untenstehend einige Fotos, die ebenfalls während der Holzernte bei Lautenthal entstanden sind.