Arbeitssicherheit und Pflegemaßnahmen

Innerhalb des Teilprojektes “Arbeitssicherheit und Pflegemaßnahmen” wird an technischen Konzepten zur Behandlung von geschädigten Forstflächen gearbeitet. Diese sollen dabei helfen, die Waldflächen mit Dürrständern z. B. abgestorbener Fichtenbestände zu klimastabilen Wäldern zu überführen. Dabei werden insbesondere Arbeiten und Maßnahmen beachtet, welche in der aktuellen Situation nötig sind oder in naher Zukunft erforderlich werden (wie die Aufforstung und Pflege von Schadflächen).

Da für die sichere, effiziente und nachhaltige Holzernte (z.B. der geschädigten Waldbäume) eine Befahrung durch Forstmaschinen wesentlich ist, wurden topographische Indizes zur Vermeidung tiefer Fahrspuren beim Holztransport im Wald genutzt. Topographische Indizes können aus Luftbildern und digitalen Geländemodellen berechnet werden. Die Daten können aus öffentlich zugänglichen Luftbildaufnahmen gewonnen werden.

Wie beeinflusst die Bodendurchfeuchtung die Holzernte?

Die Abbildung (rechts) zeigt den Depth-to-Water-Index als einen möglichen Faktor. Bereiche der Karte, welche mit blauer Farbe markiert sind, werden wahrscheinlich durch oberflächlich abfließendes Wasser beeinflusst. Wasser wiederum erhöht u.a. das Risiko zur Bildung von tiefen Fahrspuren. Deswegen sollte eine Befahrung dieser Bereiche vermieden werden oder sie sollte durch eine massive Reisigauflage bodenschonender ausgeführt werden. Im Teilprojekt wurde ein entsprechendes Konzept erarbeitet, welches dies unterstützen kann. 

Während der Forschungsphase des Teilprojekts wurde ein weiteres Modell erarbeitet, welches den oben beschriebenen topographischen Index nutzt. In diesem werden Unterschiede aufgrund der Nähe zu oberflächlich abfließendem Wasser in der Auswahl von passenden Mischbaumarten berücksichtigt. Auf diese Weise können kleinräumige Standortsunterschiede bestmöglich für die Wiederaufforstung und Etablierung der nächsten Bestandsgeneration genutzt werden. 

KI-Hilfe im Wald?

Die im Harz weit verbreiteten Kalamitätsflächen werden sich in den kommenden Jahren weitestgehend zu Jungwuchsflächen weiterentwickelt haben. In dieser Entwicklungsphase ist es entscheidend, durch aktive Maßnahmen die Stabilität der Mischbestände zu sichern. Im Kontext dieser Jungwuchspflege wurden neuste Entwicklungen wie Drohnentechnik und Künstliche Intelligenz geprüft. Die Kombination beider Technologien bietet die Chance, Pflegearbeiten für größere Waldgebiete nach ihrer Pflegedringlichkeit zu priorisieren.

Ansprechpartner für das Teilprojekt:

Lorenz Friedrich
Georg-August-Universität Göttingen
Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie
Büsgenweg 4
37077 Göttingen
Tel: +49 551 / 39 23580
E-Mail: lorenz.friedrich@uni-goettingen.de
 

Das Teilprojekt wurde zudem von 2024 bis Mai 2026 von Christopher Pohle betreut.

Zum Teilprojekt ist auch eine kurze Audio-Sequenz mit dem Teilprojektleiter Prof. Dr. Dirk Jaeger entstanden, welche hier gehört werden kann.