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Harzer Sagen und Mythen

  • An der Selke (Foto: A. Maywald)

Manche Gebiete haben ihre Sagen, andere eine besondere Figur wie Rübezahl oder Münchhausen und bestimmte Orte sind einfach nur schön anzuschauen – der Harz vereint alles.

Vielschichtig – unterhaltsam – interessant: Was ist ein „Mythos“?

Jedenfalls kein einfacher Begriff, zumal es mehrere Auslegungen gibt. Doch fasst die Benennung zusammen, was man nicht mit Sage, Märchen, Legende oder ähnlichem beschreiben kann.

Um ein Mythos zu werden, braucht es z.B. mehr als nur eine Erzählung, es müssen sich mehrere Geschichten um ein Thema bilden, sich verdichten. Dieses andauernde Umerzählen, Umdeuten bringt es mit sich, dass die ‚Story‘ einerseits ausgeschmückt wird, andererseits entsteht ein immer deutlicherer Kern, ein Motiv, welches unwandelbar wieder kehrt, somit Ordnung schafft und Orientierung bietet.

Ein Mythos kann Wissen weitergeben, für das es keine wissenschaftliche Erklärung gibt. Er stellt Allgemeinmenschliches und Allgemeingültiges heraus. In den Geschichten spiegeln sich menschliche Probleme und Erfahrungen, sie versuchen die Vergangenheit zu erklären und die Zukunft zu deuten. Dabei unterwirft sich ein Mythos keiner Regel, erzählt wird, was interessiert. So kommt es, dass munter Zeiten gemischt werden, germanisches Brauchtum auf christliche Vorstellung prallt, präzise Ortsangaben mit plötzlich sehr vagen wechseln.

Irdisch – überirdisch – unterirdisch: Mythen im Harz

Im Harz finden sich erstaunlicherweise mehrere solcher verdichteten, tragfähigen Erzählstränge. Zum einen sind da die ‚irdischen‘, alten Kaisersagen, die sich um Friedrich Barbarossa, Heinrich den Vogler oder Heinrich IV. ranken. Diese versunkene Zeit wird schöner dargestellt als sie war und mancherorts wieder herbeigewünscht.

Zum anderen steht der Harz wie kein zweites deutsches Mittelgebirge für das ‚Überirdische‘, als Rückzugsort und Mittelpunkt teuflischer Aktivitäten und des Hexenwerks. Der Brocken spielt dabei eine zentrale Rolle. Wohl fast jeder Harzort kann zu diesem Mythos eine Geschichte beisteuern.

Dritter und letzter Mythos ist die ‚unterirdische‘ Bergmannswelt, hier besonders mit dem mächtigen Berggeist, den geheimnisvollen Venetianern als auch den zwiespältigen Zwergen. Ergänzt werden diese Hauptthemen durch eine ganze Sammlung lebendiger, lokaler Sagen. Die hier versammelten Erzählungen können nur eine Auswahl des Harzer Sagenreichtums darstellen.

Kaiser, Hexen und Berggeister inspirierten über die Jahrhunderte hinweg Forscher, Maler und Dichter. Gottfried Wilhelm Leibniz beschäftigte sich mit dem Einhorn, der romantische Dichter Novalis beschreibt wie Franz Fühmann in seinen Werken Erlebnisse in der Bergmannswelt, Johann Wolfgang von Goethe verewigte die Walpurgisnacht auf dem Brocken, der Bildhauer und Zeichner Ernst Barlach setzte sich mit Hexen auseinander, Heinrich Heine dichtete über Prinzessin Ilse. Die Liste ließe sich noch weiter führen, doch auch so wird deutlich, dass die Beschäftigung der Künstler mit dem Harz ihn selbst ein Stück sagenhafter werden lassen.

Die folgenden Seiten, zu denen Sie über die Navigation auf der linken Seite gelangen, laden ein, sich in das Überirdische und Unterirdische der Harzer Mythenwelt zu begeben, um so ganz irdisch Vergnügen zu haben.

Irdisch

Wo man noch heute die alten Kaiser findet, welche Riesen namentlich bekannt sind, ob die alten Bischöfe Wasserpredigten aber Wein tranken und wie heidnisch der Harz wirklich noch ist, schildern die Überlieferungen.

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Überirdisch

Wo der Teufel seine Hand im Spiel hatte, wie die Hexen in den Harz kamen und wer sich hinter dem Wilden Jäger verbirgt, erzählen die folgenden Sagen.

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Unterirdisch

Wie der Bergmönch unter Tage waltet, was die sagenumwobenen Venetianer umtrieb und welche Lieblingsspeise die Zwerge haben, wird auf den kommenden Seiten beschrieben.

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