© Klaus Leidorf

Das Grüne Band

vom Todesstreifen zur Lebenslinie

Das Grüne Band im Harz

Fast 40 lange Jahre trennte der „Eiserne Vorhang“ Mensch und Natur in ganz Europa. Für die Menschen tödlich, war er für die Natur ein Segen: Denn im Schatten der Grenze hatten bedrohte Tiere und Pflanzen eine ungestörte Heimat gefunden.

Heute zieht sich der ehemalige Grenzstreifen als „Grünes Band“ quer durch Europa – eine Schatzkammer der Artenvielfalt.

Besonders im Harz war die innerdeutsche Grenze schmerzlich zu spüren: Den Brocken - imposantes und weithin sichtbares Symbol des Harzes - konnten die Menschen in Ost und West nur von der Ferne aus betrachten. Er lag im militärischen Sperrgebiet.

Heute hat der Harz ein neues Gesicht: Entlang des ehemaligen Todesstreifens schlängelt sich – reich an Attraktionen - das lebenspendende Grüne Band: Naturschönheiten schmiegen sich an kulturelle Kostbarkeiten. Abenteuerliche Ausflüge gehen mit besinnlichen Momenten Hand in Hand. Und man kann nach Herzenslust wandern … durch pure Wildnis oder auf den Spuren deutscher Geschichte.

Das Grüne Band in Deutschland und Europa

Eine Idee wird geboren

Vom Eismeer im Norden Skandinaviens bis zum Schwarzen Meer im bulgarischen Süden bildete die Grenze eine unüberwindbare Barriere – politisch und räumlich. In Deutschland zeigte sich der Eiserne Vorhang von seiner brutalsten Seite: Mauern, Minen und Stacheldraht teilten das Land in Ost und West, rissen Familien und Freunde für Jahrzehnte auseinander. Mindestens 900 Menschen fanden den Tod beim Versuch die Grenze zu überschreiten. Dann 1989 … die Mauer fällt, die Grenzen öffnen sich. Sofort wird klar, dass im Schutz der Grenzanlagen ein kostbares Stück Wildnis herangewachsen war, eine Lebensader für Flora und Fauna. Die Naturschützer reagierten schnell und setzten sich zum Ziel, dieses grandiose Naturerbe als „Grünes Band“ zu bewahren. Eine Idee war geboren und mit ihr eines der größten Naturschutzprojekte Europas.

Perlenkette

Heute schlängelt sich das Grüne Band durch 23 europäische Länder hindurch, über 12.500 Kilometer hinweg. Mal ist es 50 Meter breit, mal sogar viele Kilometer. Wie Perlen an einer Kette sind Sümpfe, Heiden und Urwälder, Flüsse, Moore und Seen aneinandergereiht. Und alle sind durch Büsche, Bäume und Hecken miteinander verbunden. Wissenschaftler schwärmen von einem der längsten „Biotopverbundsysteme“ der Welt. Hier findet die Wildkatze versteckte Höhlen für ihren Nachwuchs. Der Kranich trompetet ungestört sein Lied und die Fischotter spielen im Wasser. Große Säugetiere wie Wolf, Bär und Luchs nutzen das Grüne Band als Wanderweg, um sich langsam wieder in Europa auszubreiten.

Gefahr im Verzug

In Deutschland beeindruckt das Grüne Band mit stolzen Zahlen: von der Ostsee bis ins sächsische Vogtland knapp 1.400 Kilometer lang, 177 Quadratkilometer groß und 109 verschiedene Lebensräume stark. Dennoch herrscht nicht nur eitel Sonnenschein am Grünen Band: Es wird bedroht von intensiver Land und Forstwirtschaft, neuen Siedlungen, ICE-Trassen und Straßen ... so sehr, dass es inzwischen an einigen Stellen nur noch wenige Meter breit oder sogar ganz verschwunden ist. Überließe der Mensch das Grüne Band allerdings ganz sich selbst, würde es allmählich zuwuchern. Daher sind am Grünen Band, wo dies nötig ist, Landschaftspfleger im Einsatz. Sie sorgen dafür, dass das bunte Mosaik an unterschiedlichen Lebensräumen erhalten bleibt.

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