Pauline Christine Wilhelmine zur Lippe (1769-1820)

Auf einen Blick

  • Ballenstedt

Pauline Christine Wilhelmine zur Lippe (1769-1820) – Regentin mit Sinn für das Soziale

Die bis heute in Lippe verehrte Fürstin Pauline verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Ballenstedt.

Im 18. Jahrhundert, dem „pädagogischen Jahrhundert“ geboren, erhielt sie selbst Zugang zu umfassenden Wissen und kümmerte sich später vorbildgebend um ihre Landeskinder. Pauline war das zweite Kind des Fürsten Friedrich von Anhalt-Bernburg seiner früh verstorbenen Frau Luise von Holstein-Plön. So kam es, dass Fürst Friedrich ihr eine ähnliche Ausbildung wie ihrem älteren Bruder zukommen ließ: Latein, Französisch, Geschichte, allgemeine Staatswissenschaften.

Schon in Ballenstedt übernahm sie z. T. Regierungsgeschäfte. Zudem war sie eine belesene Frau und Bücherfreundin, die selbst schrieb und vor allem die Hofbibliothek in Ballenstedt ordnete und erweiterte. 1796 heiratete Pauline Leopold I. Fürst zur Lippe, dessen Werben sie zunächst abgelehnt hatte. Nach einer kurzen, wertschätzenden Ehe übernahm die Fürstin nach dem Tod ihres Mannes 1802 als Vormund für ihren Sohn die Regentschaft. Es folgte eine erfolgreiche, nicht immer auseinandersetzungsfreie Regierungszeit von knapp zwei Jahrzehnten.

Pauline, die sich mit Werken von Johann Heinrich Pestalozzi und Jean-Jacques Rousseau befasst hatte, gründete einige soziale Einrichtungen mit Vorbildcharakter: u. a. eine „Erwerbsschule für verwahrloste Kinder“, ein „freiwilliges Arbeitshaus für erwachsene Almosenempfänger“ und die erste „Kinderbewahranstalt“ Deutschlands. Hinter letzterer stand die Meinung Paulines, dass unter vierjährige Kinder versorgt sein sollten, wenn die Eltern ihrer Arbeit nachgingen bzw. deshalb nachgehen konnten. Die Aufhebung der Leibeigenschaft in Lippe und dass das Fürstentum auch nach dem Wiener Kongress 1814/15 bestehen blieb, sind weitere Erfolge ihres Wirkens.

Auf den Spuren Paulines in Ballenstedt:

Seit dem Jahr 2003 trägt die öffentliche Bibliothek in Ballenstedt den Namen „Fürstin-Pauline-Bibliothek“. Neben den modernen Medien gehört zur Bibliothek auch eine Büchersammlung aus dem Bestand des Fürstenhauses Anhalt-Bernburg. Ein Teil des historischen Buchbestandes, mehr als 10.000 Bände stark, wird in einer Ausstellung in der Bibliothek präsentiert. Die meisten Bücher aus dem Besitz Paulines sind heute in der Lippischen Landesbibliothek Detmold zu finden, einige interessante Objekte sind jedoch auch in Ballenstedt überliefert.

Literatur zum Nachlesen und Quellen:

Regina Schade: Fürstin Pauline Christine Wilhelmine von Anhalt-Bernburg, spätere Fürstin zur Lippe. Prägungen der Kindheit und eigenes pädagogisches Engagement. In: Thomas Weiss (Hg.). Frauen im 18. Jahrhundert. Entdeckungen zu Lebensbildern in Museen und Archiven in Sachsen-Anhalt. Halle (Saale) 2009 (Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert; 4), S. 315-325.

Jutta Prieur: Frauenzimmer – Regentin – Reformerin. Fürstin Pauline zur Lippe 1902-1820. In: Begleitband zur Ausstellung des NW Staatsarchivs Detmold (27. Oktober 2002 bis 2. Februar 2003). Detmold 2002 (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe; 69).

Hans Kiewning: Fürstin Pauline zur Lippe 1769-1820. Detmold 1930.

 

Fürstin-Pauline-Stiftung: www.fuerstin-pauline-stiftung.de

Auf der Karte

Information: Tourist-Information Ballenstedt

Anhaltiner Platz 11

06493 Ballenstedt


E-Mail:

Webseite: www.ballenstedt.de

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